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In
der Novembersitzung 2003 des Gesamtvorstandes des
Deutschen Schützenbundes präsentierte der ehemalige
Sportleiter des Bayerischen Sportschützenbundes
Dieter Ohmayer das Lichtschießen, das vor allem als
Einstiegsvariante für Kinder und Jugendliche genutzt
werden soll. Mit DSB-Präsident Josef Ambacher (Foto)
führten wir das folgende Gespräch zu dieser reinen
Breitensport-Disziplin:
„Wer kam eigentlich auf diese Idee des
Lichtschießens und welches waren die Gründe,
diese Variation des Schießsports nun zu
präsentieren ?“
„Die Idee kam vor einiger Zeit schon von Seiten
der Industrie. Das Lichtschießen ist ein
Bereich, der außerhalb des Waffenrechtes liegt.
Es wird mit dem Gewehr oder dem gewehrähnlichem
Gegenstand hierbei nicht mehr mit Diabolo und
Pressluft geschossen, sondern die Trefferanzeige
ist auf einem so genannten „Starenkasten“, der
einen Lichtstrahl aufnimmt und als Treffer
anzeigt. Diese Anlage verfügt über mehrere
Ziele, wie zum Beispiel Biathlon-Klappscheiben
und kann überall ohne jegliche Gefahr in jedem
Raum und auf jeder freien Fläche aufgestellt
werden. Auch der Schießstandsachverständige oder
das Landratsamt müssen keine Genehmigung dazu
erteilen.“
„Welches ist die spezielle Zielgruppe für dieses
Lichtschießen ?“
„Es ist eine Art des Sportschießens, die Kindern
den Einstieg in den Schießsport ermöglicht.
Mit
diesem Gerät, es gibt hier zwei Versionen,
einmal mit einer offenen Visierung, einmal mit
einem Leuchtpunktvisier, kann man wirklich den
Spaß vermitteln, den Jugendliche im Alter
zwischen acht und zehn Jahren zunächst
benötigen, um sich später ernsthaft für eine
Sportart zu interessieren und zu entscheiden. Ab
rund zehn Jahren könnten die Jugendlichen dann
langsam zum Luftgewehr übergehen, um in den
richtigen sportlichen Werdegang einzutreten.“
„Sie sprechen den Spaß an, den die jungen
Einsteiger haben sollen. Das heißt also, dass
das Lichtschießen nicht gleich in fest gegossene
sportliche Regeln verankert werden soll, sondern
dass die Freude an der Bewegung, an der
flexiblen Trefferauswahl im Vordergrund steht.“
„Gut, das Ziel, einen Treffer genau in der Mitte
zu landen, wird der natürliche Wunsch jedes
Einsteigers, ganz egal welchen Alters, sein.
Wenn ich hier von Spaß rede, geht es mir einfach
darum, dass nicht über irgendwelche
Sportordnungen oder andere feste Regularien von
vorneherein auf Leistung abgezielt wird. Wir
wollen damit auch den jüngsten
Familienmitgliedern ermöglichen, zusammen mit
den Eltern oder den älteren Geschwistern am
Schießstand zu stehen, ein wenig zu üben und
Spaß zu haben.
Für mich ist es allerdings ganz wichtig zu
betonen, dass die Jugendleiter darauf achten,
die Kinder frühzeitig mit diesem Gerät so zu
unterweisen, als wäre es eine echte Waffe, mit
all ihrem Risikopotential, damit sie von Anfang
an lernen, später einmal zum Beispiel mit einem
Luftgewehr gleich richtig umzugehen.
Das Lichtschießen bietet darüber hinaus auch
eine gute Möglichkeit für unsere vielen Vereine,
sich öffentlich auf publikumswirksamen Flächen
zu präsentieren, wie gesagt entweder mit der
offenen Visierung oder man nutzt die etwas
einfachere Version des Leuchtpunktvisiers, das
ja häufig in der Jagd Verwendung findet. Die
Ziele sind elektronisch steuerbar und können
auch in der Variante Laufende Scheibe beschossen
werden. Und hier geht es fast gar nicht mit der
offenen Visierung, denn es ist recht schwer, ein
38 mm kleines Ziel zu treffen. Da ist die
Leuchtpunktvisierung ein gutes Hilfsmittel.“
„Wie teuer ist eine solche Anlage für das
Lichtschießen ? Können sich die Vereine auch bei
schmalerem Budget diese Form des Schießens
leisten ?“
„Es gibt einige Anbieter mit unterschiedlichen
Systemen, die aber allesamt akzeptabel sind, was
den Preis betrifft. Meist liegt er zwischen 300
und 500 Euro für das Gewehr, unabhängig von der
Visierung, und dann kommen noch die Kosten für
die Zielanlagen dazu. Bei großer Nachfrage ist
mit einem günstigen Preis auch hier zu rechnen.
Bisher sind diese Anlagen ja in der
Erprobungsphase, wie man auf der 31.
Internationalen Fachmesse für Jagd- und
Sportwaffen, Outdoor und Zubehör (IWA) in
Nürnberg sehen konnte.
Ich
bin allerdings der Auffassung, und da stimme ich
mit vielen überein, dass wir hier wieder einmal
eine Möglichkeit haben, auch nach der neuen
Waffenrechtsnovellierung, Kinder und Jugendliche
anzusprechen, sie wieder in Vereinen heimisch
werden zu lassen. Beim Lichtschießen geht es
zunächst um die reine Freude am Prinzip Zielen
und Treffen, was dann später kommt, ist allein
die Eigenentscheidung der Jugendlichen.“
„Ist als Zielgruppe nur der Nachwuchs im
Gespräch ?“
„Zunächst ja, aber wenn natürlich zum Beispiel die
älteren Schützen, unsere Senioren, Spaß an dieser
Sache haben, wird es ihnen niemand verwehren. Auch
in diesem Bereich sehe ich gute Einsatzmöglichkeiten
für das Lichtgewehr. Mit geht es darum, dass unsere
Mitglieder wieder länger in den Vereinen verweilen,
dort miteinander kommunizieren und dies über die
ernsten Themen wie Rundenwettkämpfe, Bundesliga und
generell Leistungssport hinaus. Natürlich gehört
dies alles beim Sportschießen mit dazu, aber lasst
doch bei aller Ernsthaftigkeit wenigstens hier auch
mal wieder dem Spaß eine Chance.
Kreisschützenverband Stormarn von
1912 e.V.
Kreispressewartin
Margrit Kunde
Lichtpunktschießen
Dieter Ohmayer, langjähriger Landessportleiter
und Trainer des Bayrischen Schützenbundes und
Sonderbeauftragter des Deutschen Schützenbundes
demonstrierte im Landesleistungszentrum
Kellinghusen das revolutionäre
Lichtpunktschießen. Dieter Ohmayer sagte, dass
in unserer schnellebigen Zeit zusätzliche
attraktive Bedingungen im Schießsport angeboten
werden müssen. Das Lichtpunktschießen kann
gerade im Schülerbereich in Zukunft eingesetzt
werden. Die Bevölkerungsstruktur in Deutschland
zeigt, das besonders im Schüler- und
Jugendbereich ein deutlicher Rückgang zu
verzeichnen ist. So sind die Mitgliederzahlen im
Deutschen Schützenbund im Schülerbereich in den
vergangenen Jahren stark gesunken. Es gibt
keinen weiteren Sportverband der so deutlich
verloren hat, wie die Schützen. Die großen
Fachverbände im Deutschen Sportbund werben, laut
Statistik, ihre Mitglieder zwischen acht bis
zehn Jahren, das heißt der Deutsche Schützenbund
kann höchsten 10% der Jugendlichen ab 12 Jahren
noch ansprechen. In den kommenden 10 - 15 Jahren
werden es nur noch 1% sein, alle übrigen sind
von anderen Verbänden gebunden. Daher muß der
Deutsche Schützenbund auf Neuheiten eingehen.
Nur der Bogenbereich, was auch schon vor zwölf
Jahren geschossen werden darf, zeigt eine
ständig leicht steigende Tendenz, genau wie die
Disziplin Sommerbiathlon. Dieter Ohmayer sagte,
die Möglichkeiten auf den zehn Meter Anlagen
aktive Disziplinen anzubieten, müssen optimal
genutzt werden, um diesen Trend zu stoppen.
Fehlende aktive, gruppenorientierte
Schießangebote sollten unbedingt ausgebaut
werden. Da das Waffengesetz den Schützen Grenzen
auferlegt hat, mußte ein Weg gefunden werden,
die das Waffengesetz nicht berühren.
Das Ziel im Deutschen Schützenbund ist eine
sogenannte "Zuführdisziplin" zu schaffen, die es
ermöglicht, Kinder ab acht Jahren an den
Schießsport heran zu führen. Dieses Ziel wird
erreicht mit dem Lichtpunktschießen, dort gibt
es keine Konfrontation mit dem Waffengesetz, da
statt eines Geschosses (Diablo) mit Licht
geschossen wird. Das Gewehr wiegt auf Rücksicht
der Altersgruppe auch nur ca. zwei Kilogramm
statt wie üblich über vier Kilogramm. Die
einfache Dioptervisierung ermöglicht eine sehr
gute Zielerfassung, und mit dem Abzug lassen
sich erste Erfahrungen mit dem Druckpunkt
sammeln. Es hat eine Laufatrappe, diese
Laufatrappe hat im vorderen Teil die
Lichtquelle. Dies ist ein Laser der Laserklasse
eins, also völlig ungefährlich, und eine
allgemeine zugelassene Lichtquelle.
Gezielt werden kann auf bis zu acht verschiedene
Ziele die auf sechs bis zehn Meter aufgestellt
werden. Die acht verschiedenen Ziele, die
jederzeit in der Höhe, Tiefe und Breite
variierbar sind, haben durch Masken veränderbare
Trefferflächen für verschiedene
Schwierigkeitsgrade. Die Zeit um eine Scheibe zu
treffen ist individuell einstellbar.
Die
erzielten Treffer können an einem Display für
jedermann abgelesen werden, ebenso die für diese
Treffer benötigte Zeit. Das Sportgerät kann auf
die Körpergröße des Schülers eingestellt werden.
Bei dieser Kombination wird das Schießen richtig
interessant und das Ergebnis für alle
Beteiligten sofort sichtbar. Hier wird zum
erstenmal wirklich gruppenbezogenes Schießen
angeboten. Genau das was viele Jugendliche heute
als Freizeitgestaltung wünschen. Für die
Schützenvereine- und gilden ist das
Lichtpunktschießen ein Einstieg, um Schüler ab
acht Jahren mit einer attraktiven Disziplin in
das Vereinsleben mit einzubinden und ihnen die
Faszination dieses Sports zu vermitteln. Ein
weiterer Vorteil des Lichtpunktschießens ist,
das es keine Beschränkungen bei den räumlichen
Bedingungen gibt. Es kann sowohl auf dem
Luftgewehrstand aber auch jederzeit draußen
aufgebaut werden. Daher eignet sich das
Lichtpunktschießen als Gundlagentraining auch
für die Disziplin Sommerbiathlon und für
PR-Veranstaltungen, da keine aufwendigen
Schießstände mit großen Sicherheitsbereichen
aufgebaut werden müssen. Die Ziele können ohne
jeglichen Schutz in freier Landschaft aufgebaut
werden.
Dieses Sportgerät kann wirklich Spaß vermitteln,
den Jugendlichen zwischen acht bis zwölf Jahren
benötigen, um dann mit zwölf Jahren an das
sportliche Luftgewehrschießen ran zu führen.
(Margrit Kunde)
Kreispressewartin
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